Erfahren Sie hier etwas zur Geschichte der Gemeinde Thierachern.
Der Name Thierachern kommt in verschiedenen Varianten vor: Tieraqua, Tieracher, Tiracher, Tirascher. Dieser letzten Namensform begegnen wir noch in einer Urkunde des Bistums Lausanne vom Jahr 1228, während in deutschen Urkunden der Ort immer Thierachern hiess. Die jahrhundertelange Einflussnahme der Römer könnte das lateinische Wort „aqua“ zusammengeschrumpft auf „ach“ oder „acher“ (wie Salzach oder Breisach) hinterlassen haben. Möglich ist aber auch – zwar etwas weniger ästhetisch – die buchstäbliche Deutung: „bei den Tier-äckern“, also die Flur, wo man verendete Tiere verscharrte. Ganz sicher ist auch, dass am Flussufer der Kander viel Rotwild (Rehe, Hirsche) weideten, weshalb sich im Wappen von Thierachern auch ein stolzer Hirsch präsentiert.
Gemeindewappen
In Gold auf einem grünen Dreiberg ein steigender roter Hirsch. Redendes Wappen, bereits auf einer Fahne von 1680 überliefert. In der heutigen Form seit etwa 1930 verwendet.
Buch "Thierachern - eine Reise durch Raum und Zeit"
Im historischen und geschichtsträchtigen Buch erlebt man einen Rundgang durch mehr als ein Dutzend Erinnerungsorte zur Geschichte und Entwicklung von Thierachern. Das Buch ist auf der Gemeindeverwaltung für CHF 59.00 zu beziehen (telefonische Bestellung gerne unter 033 346 00 46). Für Weiteres zur Geschichte von Thierachern informiert gerne der Verein «Geschichte Thierachern».
Die Kirche Thierachern erscheint erstmals in einer Urkunde des Bistum Lausanne. Die Chronik gibt als deren Gründungsjahr 933 an. Sie zählt zu den 12 Kirchen um den Thunersee, die Rudolf der II., König von Burgund, bauen liess, veranlasst durch einen Traum.
Thierachern gehört zu den Orten, die von den gnädigen Herren in Bern dringend Massnahmen gegen die häufigen und schweren Überschwemmungen der Kander fordern.
Die Kander, welche vorher quer über die Allmend ihr breites Flussbett ständig wechselte, fliesst von nun an durch den Einschnitt im Strättlighügel in den Thunersee. Die Allmend kann als Weide- und Kulturland genutzt werden. Die regelmässigen Verwüstungen durch Wasser und Schutt im unteren Dorfteil hören auf.
Die Egggutbesitzung geht von den von Graffenrieds an die Brüder Jakob und Samuel Studer über, die um die Kultivierung des Landes sehr bemüht waren. Das bedeutendste Werk der Studer’schen Bautätigkeit ist das Wirtshaus zum Löwen, das sich seit 1765 an bester Lage präsentiert.
Die Eidgenossenschaft erwirbt von Thierachern die ganze Allmend, zirka ein Drittel des Gemeindegebietes. Zudem fielen ein Dutzend Wohnhäuser zum Opfer bei der Erweiterung des Waffenplatzes 1876. Das bedeutete für den Gemeindehaushalt eine folgenschwere Amputation. Kein anderes Gebiet in der Schweiz ist von den eidgenössischen Truppen so strapaziert worden wie Thierachern und das Westamt.
Der neue Eggstutz wird gebaut.
Das erste Sekundarschulhaus im Thuner-Westamt wird in Wahlen durch einen privaten Trägerverein finanziert. Es steht heute unter Denkmalschutz.
Eines Abends kreiste eine Fliegerstaffel zu Übungszwecken über Thierachern. Einer der Flieger entledigte sich seiner Munition. Vermutlich war der Mühlematthang das Ziel, doch es traf die Käserei auf der Egg (Steghaltenstrasse), die von Mensch und Tier bewohnt war. Man zählte über zwei Dutzend Einschläge, aber glücklicherweise keine Opfer.
Am 6. April wurde Fritz Indermühle (1876-1967), welcher sich in grossartiger Weise für unser Dorf engagierte, zum Ehrenbürger ernannt. Er wirkte als Lehrer an der Oberstufenschule und diente u.a. während 31 Jahren als Gemeindeschreiber, 50 Jahre lang war er Organist der Kirchgemeinde und 40 Jahre währte seine Tätigkeit als Dirigent der hiesigen Musikgesellschaft.
Spatenstich zum Bau des neuen Sekundarschulhauses auf der Egg.
Die Gemeinde erwirbt das Wohnhaus mit Konsummagazin von der Coop-Genossenschaft Thun an der Dorfstrasse 1. Anschliessend Umbau zum Gemeindehaus mit Einzug der Gemeindeverwaltung.
Bau eines neuen und grösseren Primarschulhauses mit Turnhalle in der Kandermatte.
Einweihung der neuen Mehrzweckhalle im Schulhaus Kandermatte. Fortan haben die Vereine, die Gemeinde und andere Veranstalter einen grossen und zweckmässigen Raum für verschiedene Anlässe.
Im Juli ist die 2'000. Einwohnerin registriert worden.
Am 23. September wird die Überbauungsordnung «Deponie Eyacher» an der Urne abgelehnt. Nach Eingreifen durch den Kanton und Redimensionierung des Projektes wird die Deponie Ende 2017 in Betrieb genommen.
Die Gemeinde begeht das 300-Jahre-Jubiläum des Kanderdurchstichs mit verschiedenen Aktivitäten. So findet beispielsweise am Wochenende vom 23. bis 25. August ein dreitägiges Dorffest statt. Das Jugendbuch "Benz" von Hans Schmitter, das zu Zeiten des Kanderdurchstichs spielt, wird neu aufgelegt und die Schülerinnen und Schüler bringen die Geschichte des "Benz" im Rahmen eines Theaters zur Ur-Aufführung.
An der Urnenabstimmung vom 13. Dezember wird der Sanierung der Umfahrungsstrasse Ortszentrum (Mülimatt) zugestimmt. Der Startschuss für die Arbeiten erfolgt im Sommer 2017, im Juni 2018 wird noch ein Nachkredit durch den Souverän bewilligt.
Am 1. September wurde in einer feierlichen Zeremonie der Findling, welcher beim Aushub der Überbauung an der Räbgasse zum Vorschein gekommen ist, an seinem neuen Standort bei der Schulanlage Kandermatte getauft. Der Findling «Räbi» ist einer von sieben Posten entlang des Erlebnisweg Thierachern, der durch die Kulturkommission und weiteren Helfenden erstellt wurde.
Ein Pumptrack wird dank viel Engagement eines dafür ins Leben gerufenen Verein und dank etlichen Spenden und Helfereinsätzen auf der Mülimatt fertiggestellt. Die Anlage wird im Juni 2022 von der Einwohnergemeinde übernommen.
Für die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Kandermatte wurde ein offener Projektwettbewerb durchgeführt.
Entdecken Sie unsere vielfältigen Themenbereiche und tauchen Sie ein in die faszinierenden Aspekte unserer Gemeinde! Lassen Sie sich inspirieren und gewinnen Sie wertvolle Einblicke, die Ihnen helfen, das Beste aus unserer lebendigen Gemeinschaft herauszuholen.